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Abschied vom IQ:
Die Rahmen-Theorie der vielfachen Intelligenzen
von Howard Gardner
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Der IQ-Test hat ausgedient

Ist jeder, der einen hohen IQ hat, intelligent? Werden Intelligenz-tests unseren vielfältigen Fähigkeiten gerecht? Nein, meint der amerikanische Kognitionswissenschaftler Howard Gardner und stürzt den IQ vom Thron. Seine Forschungen widerlegen die These der Alleinherrschaft einer allumfassenden Intelligenz, wie sie in standardisierten Tests ermittelt wird. Stattdessen definiert Gardner mehrere verschiedene Intelligenzen (siehe Multiple Intelligenz), darunter die musikalische, die räumliche und die körperlich-kinästhetische. Das Ziel: dem ganzen Menschen gerecht werden ebenso Menschen außerhalb der westlichen Kultur.

Kritik am IQ-Test

Die Kritik an den bekannten Intelligenztests ist nicht neu, denn es ist lange schon bekannt, dass sie nur Teilbereiche erfassen.
Kritiker äußern, dass IQ-Tests allein schon deshalb nicht aussagekräftig seien, weil das Konstrukt Intelligenz, das gemessen werden soll, nicht genügend gut definiert sei. Außerdem könnten sogenannte objektive Tests immer nur Teilbereiche dessen erfassen, was sie messen sollen. Diese Kritik ist nicht völlig unbegründet. Es stimmt, dass Intelligenz weder klar definiert, noch leicht zu messen ist. Im Gegensatz dazu können andere menschliche Dimensionen (Größe, Gewicht, Muskelkraft) objektiv gemessen werden.

Nobelpreis nach geringen IQ-Werten

Lewis M. Terman war Leiter und Begründer der Terman-Studie, einer der größten Langzeitstudien in der Geschichte der Psychologie. Die Studie hatte die Erforschung der Hochbegabung zum Thema. Terman schrieb kalifornische Lehrer an mit der Bitte ihm jeweils das begabteste und das zweitbegabteste Kind der Klasse zu nennen.
Zwei Jungen namens Luis Walter Alvarez und William Bradford Shockley wurden für die Studie vorgeschlagen. Beide wurden jedoch aufgrund zu niedriger IQ-Werte abgelehnt.

Shockley wurde 1956 zusammen mit Walter H. Brattain und John Bardeen mit dem Nobelpreis für Physik ausgezeichnet. Alvarez erhielt 1968 den Nobelpreis für Physik.

Von "Termans Hochbegabten" hingegen wurde kein einziger mit dem Nobelpreis ausgezeichnet.

Was ich damit sagen will? Ich brauche und erwarte keine Test-Ergebnisse von Ihnen. Wozu auch? Ich lege Wert auf ein ausführliches Erstgespräch. Das wird offene Fragen klären.